Wilhelm Rosenberg. Staatliche Enteignung eines bibliophilen Sammlers
Wilhelm Rosenberg. Staatliche Enteignung eines bibliophilen Sammlers
mit Dr. Julia von Hiller
Zugleich Gedenkveranstaltung der Stadt Pforzheim anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.
Grußwort: Oberbürgermeister Peter Boch.
Die Badische Landesbibliothek war während des Nationalsozialismus in die staatlichen Strukturen zur Verwertung beschlagnahmter Kulturgüter aus jüdischem Vermögen eingebunden. So erwarb sie auch 183 Bände aus der Bibliothek des Pforzheimer Arztes und bibliophilen Sammlers Dr. Wilhelm Rosenberg, der im Oktober 1940 nach Gurs deportiert worden war. Auch das Stadtarchiv Pforzheim bereicherte seine Bibliothek aus der Sammlung. Rosenberg überlebte die Shoah in französischen Lagern; später lebte er wieder in Pforzheim. Die Badische Landesbibliothek verbrannte in der Karlsruher Bombennacht vom 2. auf den 3. September 1942; nur fünf Frühdrucke aus Rosenbergs Besitz sind erhalten geblieben. Die nach dem Krieg geleisteten Entschädigungen sind ebenfalls Gegenstand des Vortrags.
Dr. Julia Freifrau Hiller von Gaertringen ist Leitende Direktorin der Badischen Landesbibliothek, die in den Jahren 2017 bis 2020 das NS-Raubgut in ihren Beständen ermittelt hat. Kürzlich erschien ihre Veröffentlichung zum Stammbuch des badischen Hofmalers Friedrich Helmsdorf das der Karlsruher Architektenwitwe Marie Curjel 1938 verfolgungsbedingt entzogen wurde. Der Fall Rosenberg war bereits vorher bekannt und wird jetzt von ihr aus den schriftlichen Quellen neu aufgerollt.
Abb. aus: Ramp, Gustav/Webel, Oskar: Pforzheim im Weltkrieg, seine Söhne und Helden, Pforzheim 1915 ff., S. 452.
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