Stadtgeschichtliche Soiree
Konsumtempel – Kaufhäuser und Ladenzeilen in Pforzheim
mit Christina Klittich M.A.
Als Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich die ersten Warenhäuser eröffneten, waren sie Sensationen auf allen Ebenen. Die prächtigen Gebäude beeindruckten durch eine anspruchsvolle Gestaltung im Äußeren und ein vielfältiges Sortiment im Innern. Alles was eine Familie zum täglichen Leben brauchte, fand sie im Warenhaus unter einem Dach. Einkaufen wurde zum Erlebnis. An der Westseite des Pforzheimer Marktplatzes eröffnete
1899 mit dem Kaufhaus „Wronker & Co“ das erste moderne Kaufhaus der Stadt. Daneben entstand 1911 ein stattliches Jugendstilgebäude aus Eisenbeton für den Warenhauskonzern „Geschwister Knopf“. 1928 folgten „Woolworth“ und „Ehape“ an der Leopoldstraße. Die lichtdurchfluteten Jugendstilkaufhäuser strahlten großstädtisches Flair aus und boten auch Luxuswaren, Erfrischungsräume und Spezialabteilungen für Feinschmecker.
1938 wurden die jüdischen Einkaufsstätten arisiert. Das Kaufhaus „Knopf“ wurde zum Kaufhaus „Luplow“ und das Kaufhaus „Wronker“, seit 1931 „Schocken“, bekam den Namen „Kaufstätte Merkur“. Nach der Kriegszerstörung richteten einige Warenhäuser kleine Ausweichverkaufsstellen
in den unzerstörten Stadtteilen ein, wie z.B. „Merkur“ in der Nordstadt oder die „Kaufhalle“ in Brötzingen. Im März 1949 eröffnete am Bohnenberger Schlößchen eine Ladenzeile mit 22 Betrieben, darunter „Eisen Jourdan“, „Sport Schrey“ und „Hut Klein“. 1953 wurde der neue „Merkur“ am alten Platz an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße eingeweiht.
Teilnahme kostenlos, Spende erwünscht.
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